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Das Produkt

Die tip-Stimulation mit tipstim® umgeht langwierige Trainingsprozesse. Durch sensible Stimulation der Fingerspitzen werden direkt in den zugeordneten Gehirnarealen, die für die Hand zuständig sind, plastische Prozesse ausgelöst. In langjähriger Forschung entwickelte spezielle Stimulationsmuster werden von einem  Impulsgeber erzeugt und über einen völlig neuartigen HighTech-Therapiehandschuh (tipstim® glove) direkt an den Fingerspitzen appliziert. tipstim® glove ist das erste Produkt seiner Art, bei welchem ein neu entwickeltes, elektrisch leitendes und für den medizinischen Einsatz geprüftes Textilgewebe zum Einsatz kommt. Aufgrund der Verarbeitung modernster Materialien zeichnet sich tipstim® glove durch einen sehr hohen Tragekomfort und anatomische Passgenauigkeit aus.

Die Therapie ist vollkommen schmerz- und nebenwirkungsfrei und sehr einfach in der Handhabung. Der Patient zieht den Handschuh über, verbindet diesen mit dem Impulsgeber und startet die Therapiesitzung, idealerweise täglich für ca. 1 Stunde. Die Therapie mit tipstim® bedarf keiner besonderen Aufmerksamkeit des Patienten und kann – bedingt durch die kompakte Bauweise und sehr einfache Anwendung – problemlos in der häuslichen Umgebung durchgeführt und in den Alltag integriert werden – und dies sogar bei eingeschränkter Mobilität.

Indikationen

Zur Verbesserung der Sensomotorik nach krankheitsbedingten Schädigungen des Gehirns (z.B. Schlaganfall, subakut und chronisch, Schädel-Hirn-Trauma) und zur Besserung der Sensorik einhergehend mit einer Schmerzreduktion bei CRPS Typ 1.

Die tipstim®-Therapie ist bei Patienten mit einer inkompletten sensomotorischen Hemi- oder Monoparese nach unterschiedlichen Hirnschädigungen (in erster Linie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma) und bei CRPS Typ 1 ab dem 16. Lebensjahr ohne Altersbeschränkung nach oben sinnvoll einsetzbar.

Ausschlusskritieren:

  • Elektrohypersensibilität
  • Schwere kognitive Beeinträchtigung (insbes. mit mangelnder Compliance)
  • Schwere Polyneuropathie bzw. periphere Nervenläsion i.B. der betroffenen Extremität
  • Schlaganfall in den letzten zwei Wochen
  • Metallimplantate im Behandlungsgebiet
  • Herzschrittmacher, Herzschäden
  • Epilepsie resp. erhöhte Epileptogenität

Wirksamkeit

tipstim Brain Activation

Korticale Aktivierung der Handareale (MRT) vor und nach tip-Stimulation.

Links: vor tip-Stimulation
Rechts: nach 60 min. tip-Stimulation

Die belegte Wirksamkeit der patentierten tipstim®-Therapie resultiert daraus, dass Stimulationsmuster verwendet werden, die optimal Neuroplastizität auslösen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass hierdurch Gehirnveränderungen ausgelöst werden, die von nachhaltigen Verbesserungen der Sensomotorik begleitet werden und die mit Trainingseffekten vergleichbar sind. Signifikante therapeutische Verbesserungen konnten mit verschiedenen Pilotstudien, Einzelfallstudien und einer randomisierten und plazebokontrollierten Studie in verschiedenen Rehabilitationszentren bei subakuten und chronischen Schlaganfallpatienten nachgewiesen werden. Insbesondere sensomotorische Störungen zeigen bessere Erholung als nach herkömmlicher Standard-Physiotherapie. Allerdings wurden auch ohne jegliche ergänzende Zusatztherapien deutliche Verbesserungen in der gesamten Sensomotorik festgestellt.

Dieser Ansatz ist ebenso für chronische Patienten geeignet. Im Rahmen von Einzelfallstudien konnte nachgewiesen werden, dass auch Patienten, deren Schlaganfallereignis bereits sehr lange zurücklag, von der tipstim®-Therapie deutlich profitierten.

Darüber hinaus wurde in einer klinischen Pilotstudie die Wirksamkeit bei Patienten mit CRPS Typ 1 untersucht. Bereits nach nur 5 Therapiesitzungen (à 45 Minuten) erzielten die Patienten eine statistisch signifikante Verbesserung der Sensorik, bei einzelnen Patienten kam es darüber hinaus zu einer Reduktion der Schmerzsymptomatik.

Diese innovative Therapieform eröffnet neue, effiziente, kostengünstige und für den Patienten angenehme Wege für neurorehabilitative Intervention und Therapie zur Verbesserung sensomotorischer Defizite.

Medizinischer Hintergrund

TipStim Medizinischer Hintergrund

Alle auf neuroplastischen Prinzipien basierenden Rehabilitationsmaßnahmen nutzen aufgabenspezifisches Training mit erheblichem Übungsaufwand, um Plastizitätsprozesse auszulösen umd dadurch sensomotorische Funktionen zu reaktivieren. Da viele Patienten an eingeschränkter Mobilität leiden und vorhandene Therapieressourcen oft begrenzt sind, ist die Entwicklung zusätzlicher, alternativer Ansätze notwendig, die konventionelle Trainingsmethoden ergänzen, verstärken oder sogar ersetzen können.

Die langjährigen Arbeiten des Institutes für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum über den Einsatz passiver sensibler Stimulation zur direkten Auslösung von Neuroplastizität zeigen, dass eine wiederholte Stimulation sowohl Wahrnehmung als auch Verhalten bei Patienten mit Hirnschädigungen nachhaltig verbessert.

Die Wirksamkeit des Verfahren beruht darauf, direkt in den durch die Stimulation aktivierten Gehirngebieten Neuroplastizität auszulösen. Da jede Form der Rehabilitation nach Hirnschädigung auf solchen Plastizitätsprozessen beruht, ist es dadurch möglich, einfach schnell und effektiv in menschliches Verahlten einzugreifen und dieses gezielt zu verändern.

Die bisherigen Unersuchungen zeigen, dass durch die sensible Stimulation plastische Prozesse in der unmittelbaren und weiteren Umgebung der z.B. vom Schlaganfall betroffenen Hirnbereiche ausgelöst werden. Dadurch erfolgt in den betroffenen Bereichen eine Funktionsrestauration durch Reaktivierung geschädigter Gehirnbereiche. Andererseits werden in nicht direkt betroffenen, benachbarten Gehirngebieten Kompensationsprozesse unterstützt und verstärkt.

Aus medizinischer Sicht sprechen die Dauerhaftigkeit der ausgelösten Veränderungen, die Einfachheit der Anwendung und die große Bandbreite der erzielten Effekte dieses Ansatzes für eine ideale Ergänzung in der Intervention und neurorehabilitativen Therapie von Gehirnschäden durch die tip-Simulation und tipstim®.

Abgrenzung zu herkömmlichen Stimulationsverfahren
In vielen Bereichen werden sog. TENS- oder EMS-Verfahren genutzt, um beispielsweise Muskelfunktionen zu unterstützen und damit motorische Funktionen zu verbessern oder Schmerzen zu lindern. All diesen Verfahren ist gemein, dass der Angriffspunkt der Stimulation die Haut oder die Muskulatur ist. Im Gegensatz dazu zielt die tip-Stimulation mit tipstim® darauf ab, über die Stimulation der Periphere direkt auf das Gehirn und seine Reorganisation einzuwirken. Die sensible Stimulation nutzt in diesem Sinn die Stimulation der Finger, um darüber direkt in den zugeordneten Hirnbereichen des sensomotorischen Gehirns plastische Prozesse auszulösen.

Studien & Literatur

Referenzstudien:

JC Kattenstroth*, T Kalisch*, W Greulich, M Tegenthoff, HR Dinse
Repetitive sensory stimulation for the treatment of sensorimotor deficits in subacute stroke patients: a randomised, sham-controlled trial , veröffentlicht bei der 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V., Dezember 2013

J.C. Kattenstroth, T. Kalisch, W. Greulich, M. Tegenthoff, H.R. Dinse (Bochum, Hagen-Ambrock)
Die Auswirkungen von repetitiver sensorischer Stimulation (rSS) auf die sensomotorische Leistungsfähigkeit von Patienten mit subakutem ischämischem Hirninfarkt. Kongressmitteilung beim 86. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, September 2013

Weitere Studien als PDF:Zur Download-Seite

Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Referenzstudie

mit subakuten Schlaganfallpatienten:

Verbesserung der Sensorik

nur klassische Reha

*

klassische Reha + tip Stimulation

***

Verbesserung der Motorik

nur klassische Reha

*

klassische Reha + tip Stimulation

***

Verbesserung der subjektiven Wahrnehmung

nur klassische Reha

-

klassische Reha + tip Stimulation

**

Verordnungsfähigkeit

tipstim® und tipstim® glove sind medizinische Hilfsmittel, welche per Rezept verordnet werden können.

Eine Kostenerstattung durch private Krankenversicherungen ist grundsätzlich möglich, jedoch sollte der Verischerte seine Vertragsbedingungen prüfen und die Kostenübernahme ggf. im Vorfeld mit seiner PKV abklären.

Eine Kostenerstattung durch eine gesetzliche Krankenversicherung muss vor Verordnung beantragt werden.

Alternativ kann tipstim® auch privat erworben werden, da nicht rezeptpflichtig.

Das tipstim®-Set besteht aus:

  • Impulsgeber tipstim®
  • Handschuh tipstim® glove*
  • Verbindungskabel inklusive Druckknöpfe
  • 4 x 1,5 V AA Alkaline-Batterien
  • Gebrauchsanweisung
  • Transport- und Aufbewahrungsbox

Wir bieten auch die Möglichkeit, tipstim® für eine Testphase von 3 Monaten zu mieten. Lediglich der Therapiehandschuh (tipstim® glove) muss erworben werden, da dieser nur für die Nutzung durch einen Patienten und nur für eine Nutzungsdauer von 100 Anwendungen à 60 Minuten (ca. 3 Monate bei regelmäßiger Anwendung) zugelassen ist.*

* tipstim® glove verfügt über eine herstellerseitig begrenzte Haltbarkeit von 100 Anwendungen à 60 Minuten und muss im Falle einer gewünschten Therapiefortführung alle 100 Anwendungen ausgetauscht werden.

Es gelten unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen, siehe AGB unten links auf dieser Seite.